Wir sind Ackerschule!

Im September 2020 starteten wir in Zusammenarbeit mit der GemüseAckerdemia e.V. unser „Ackerprojekt“ mit einer Gruppe der Nachmittagsbetreuung. Hierbei geht es darum sein eigenes Gemüse zu säen, anzupflanzen und zu ernten. Ermöglicht wurde uns das Projekt durch eine großzügige Spende von Vonovia.

Unser Acker wird an einem Stück ungenutzter Rasenfläche angelegt. Doch bevor wir irgendetwas pflanzen können, muss der Boden zunächst vorbereitet werden. Wir gruben um, entfernten Müll, Steine und Wurzeln. Viele Kinder sahen in diesem Zusammenhang das erste Mal in ihrem Leben eine Wiese von unten.

Um den Boden ausreichend mit Nährstoffen zu versorgen waren wir den ganzen Herbst damit beschäftigt das Beet zu mulchen. Wir sammelten Blätter und schnitten Rasen. Auch Baumrindenreste, welche bei der Arbeit in unserem Schulwald abfielen, konnten genutzt werden. Um die gesamte Fläche mit ausreichend Mulch zu versorgen, holten wir uns Hilfe in anderen Gruppen. Aufgrund des Fortschreitens der Corona Pandemie arbeiteten die Gruppen jeweils an unterschiedlichen Tagen. Am Ende war unsere Mulchschicht ungefähr einen halben Meter hoch.

Während des Winters haben wir die Mulchschicht nur einige Male gewendet um nasse Materialien zum Trocknen nach oben zu befördern. Überwiegend ruhte die Schicht aber über die Wintermonate. Im März 2021 gruben wir das komplette Beet um und ließen die letzten Mulchreste im Boden verschwinden. Anschließend legten wir die Beete an. Mit einem Zollstock bestimmten wir die Abstände und spannten Schnüre zur Orientierung. Abschließend durften die Kinder die Wege platttreten. Unsere Ackerstunden konnten wir nun dank steigender Temperaturen in unserem grünen Klassenzimmer veranstalten.

Nachdem die Beete fertig angelegt waren, mussten wir noch Flatterbänder anbringen, um unser Saatgut beispielsweise vor Vögeln zu schützen. Damit alle wissen welches Gemüse in den jeweiligen Beeten angepflanzt ist, haben wir Steine dem Aussehen entsprechend angemalt. Zusätzlich arbeitet eine dritte Klasse noch an Schildern auf welchen die jeweiligen Gemüsesorten in vielerlei Sprachen benannt werden. Ein QR Code soll dann noch möglich machen, dass man sich weiterführend bezüglich der Gemüsesorten belesen kann.

Wir bepflanzen unseren Acker

Am 21.04.2021 war es dann endlich soweit. Mit unserem AckerCoach Vera und den Pflanzen/Saatgut der GemüseAckerdemie konnten wir loslegen und die Beete 4-7 bepflanzen. Zur Vorbereitung haben wir uns auf der Website der Ackerdemie Videos zu den Pflanztechniken angeschaut. Zusammen mit den AckerLehrern Frau Porebski und Frau Izydorczyk und den AckerBuddys Frau Barthels und Frau Graf haben wir uns in 4 Teams aufgeteilt. Jedes Team war für ein Beet zuständig. Unsere Beete waren angelegt, die Steine fertig bemalt und die Pflanzen wurden direkt nach den Ferien geliefert. Es konnte nun also losgehen!

Beet Nummer 4 ist das Kartoffel-Chinakohl-Beet. Es wurde von Talha, Amos und Frau Barthels erstmal nur mit Kartoffeln bepflanzt. In der letzten Pflanzung im Jahr kommen noch Stoppelrübe, Chinakohl und Radieschen dazu.

Beet Nummer 5 ist das Palmkohl-Mangold-Beet. Es wurde von Frau Porebski, Jonathan und Ezekiel mit Palmkohl, Mangold, Kohlrabi und roter und gelber Beete bepflanzt.

Beet Nummer 6 ist das Zwiebel-Möhre-Beet. Hier hatten Sam, Dionis und Frau Izy jede Menge zu tun. Sie mussten Gemüsezwiebeln, Radieschen, Möhren, Frühlingszwiebeln und Schwarzwurzeln anpflanzen.

Beet Nummer 7 ist das Zuckererbsen-Stoppelrübe-Beet. Während der ersten Pflanzung wurde es von Frau Graf, Roz und Alican erstmal nur mit Zuckererbsen bepflanzt. Während der letzten Pflanzung im Jahr kommen dann noch Stoppelrübe und Radieschen dazu.

Die Pflanzung war ziemlich anstrengend und wir haben viel über die unterschiedlichen Pflanzen und Pflanztechniken gelernt. Dank unseres tollen AckerCoaches Vera haben wir aber alles geschafft! Vielen Dank auch an unsere AckerBuddys für die Unterstützung und an Jonathan für die schönen Fotos.

Unsere Pflanzen wachsen und gedeihen

Dank des vielen Regens der letzten Tage und der guten Pflege der AckerKinder werden die Pflanzen auf unserem Acker immer größer. Von den Kartoffeln ist noch nichts zu sehen, aber dafür schauen alle anderen Pflanzen mittlerweile aus dem Boden. In der Ackerstunde hacken wir fleißig den Boden, damit das Wasser sich besser im Boden verteilt und weniger verdunstet. Außerdem entfernen wir Unkraut und halten nach Schädlingen Ausschau. Jedes Kind hat sich eine Pflanze ausgesucht, deren Wachstum wir einmal pro Woche in einem Bild festhalten – vom Setzling bis zum fertigen Gemüse.

Schneckenalarm!

Oh nein! Bei unserem wöchentlichen Ackerrundgang mussten wir feststellen, dass unsere kleinen Gemüsepflanzen von Schnecken befallen waren. Für die Schnecken sind die jungen Pflanzen ein Leckerbissen, aber wir wollen unser Gemüse doch selbst essen. Also haben wir den Schnecken eigene Häuser gebaut! Wir sammelten Stöcke im Wald und schichteten sie in der Nähe der Beete auf. So haben die Schnecken es schön dunkel und feucht. Außerdem legten wir die Schneckenhäuser mit Grasschnitt aus. So haben sie hoffentlich genug zu fressen und müssen unsere Pflanzen nicht weiter anknabbern.

Anscheinend finden die Schnecken unsere Häuser toll:

Die zweite Pflanzung

6 Wochen nach der ersten Pflanzung, am 02.06.2021, war es endlich soweit und wir konnten auch unsere letzten Beete bepflanzen. Unsere Setzlinge wurden schon einige Tage vorher von den Ackerdemikern geliefert und wir konnten es alle kaum abwarten, sie zusammen mit unserem AckerCoach Vera einzupflanzen.

Unsere 3 Tomatenpflanzen haben wir in ein Mulchbeet gesetzt. Um sie einzupflanzen musste Ezekiel erstmal den Mulch etwas zur Seite schieben. Dann konnte er breite Löcher graben. Die Tomatenpflanzen werden nämlich etwas schräg in die Erde gesetzt. So ist auch noch ein ganzer Teil ihres jungen Stiels in der Erde und die Tomatenpflanze entwickelt mehr Wurzeln und kann sich so nachher besser mit Wasser versorgen. Nachdem die Löcher gegraben waren, wurden die Tomatenstangen eingesetzt und die Löcher mit etwas Wasser gefüllt. Dann erst kamen die Pflanzen rein. So haben wir verhindert, dass die zarten Pflanzen durch den Pflanzstab zu Schaden kommen. Dadurch, dass wir erst das Wasser in die Löcher füllen, regen wir die Pflanzen dazu an, sich das Wasser von unten aus der Erde zu holen. So überstehen sie auch mal eine längere Zeit, in der nicht gegossen wird.

Auch die Kürbispflanzen wachsen am besten in einem Mulchbeet. Mit einer Pflanzschaufel Abstand wurden die Pflanzen ins Beet gesetzt.

Im dritten Mulchbeet haben wir Mais und Gurken gepflanzt:

So, endlich geschafft! Puh, das war ganz schön anstrengend bei der Hitze. Zur Belohnung gibt es Gurken- und Rhabarbersnacks.