Elternabend 3.0

Als Vater von zwei Kindern an der Schule nehme ich auch gerne an den regelmäßigen Elternabenden teil. Als nun auf einem der letzten Abende jemand nach einer Vorstellungsrunde fragte, kam mir ein Gedanke: „Warum nicht mal andere Formate ausprobieren, die einen gemeinsamen Austausch zwischen Lehrern und Eltern fördern?“

Diese ersten Ideen habe ich mit Frau Reinhold und Herrn Graf besprochen, die gleich überzeugt und bereit waren, den nächsten Elternabend etwas anders zu gestalten. Schnell stand das Konzept, und am Montag konnten wir mit etwas Aufregung die neuen Ideen ausprobieren.

Als Inspirationsquelle habe ich die Formate aus den „Liberating Structures“ verwendet – eine Sammlung von Moderationstechniken mit dem Ziel ein kollaboratives Lernen zu ermöglichen. Die meisten Techniken haben die Gemeinsamkeit, dass sie mehrere Gespräche gleichzeitig zulassen und somit von einer Frontalbeschallung abkehren. Im Gespräch mit Herrn Graf habe ich dann zu meiner Freude festgestellt, dass diese Techniken auch im Unterricht mit den Kindern angewendet werden!


Das fliegende Klassenzimmer

Vorbereitung ist alles – damit alle merken, dass etwas anders ist, haben wir alle Tische und Stühle weggeräumt, so dass sich eine große Fläche ergab, auf der die Eltern in verschiedenen Konstellationen zusammenarbeiten konnten (und niemand auf die Idee kommt, sich es auf einem Stuhl bequem zu machen). Das ist sehr wichtig für die nächsten Phasen…


Erstes Kennenlernen

Nach einer kurzen Anmoderation haben wir die Gruppe (ca. 15 Teilnehmer) in 2-er Gruppen aufgeteilt. Aufgabe war es, sich innerhalb von 5 Minuten gegenseitig vorzustellen und einander kennenzulernen. Nach 5 Minuten haben sich dann neue 2-er Paare gebildet.

Zwei Fragen

Ziel des Elternabends war es, auch gegenseitig voneinander zu lernen, was wir mit offenen Fragen erreichen wollten. Die Frage an die Gruppe lautete „Was ist die größte Herausforderung im schulischen Alltag?

Die Teilnehmer sollten diese Frage zunächst alleine, dann zu zweit und anschließend in einer 4-er Gruppe besprechen. Zum Abschluss haben wir gemeinsam die Erkenntnisse der Gruppen mit den gesamten Teilnehmern besprochen.

„Ich bin froh, dass ich mit meinen Problemen nicht alleine bin.“ Dieser Satz einer Teilnehmerin verdeutlicht wohl, wie aufschlussreich diese Runde war. Hauptthema waren Fragen rund um die Alltagsorganisation in der Schule, aber auch wie die Kinder im Lernen unterstützt werden können.

Diese Runde haben wir dann noch mit der Frage „Wie kann ich mein Kind bei den Herausforderungen unterstützen?“ wiederholt. Auch hier kamen wieder spannende Erkenntnisse hervor.

Die Welt in Eichholz

Das Finale des Abends bestand in einem „World Coffee„. Dazu haben wir zwei Räume genutzt und die Gruppe in zwei kleinere aufgeteilt.

In jedem Raum hat dann Herr Graf bzw. Frau Reinhold über den aktuellen Stand und die zukünftigen Projekte berichtet.

Nach 15 Minuten haben die Teilnehmer den Raum gewechselt und die Eltern haben dann den zweiten Bericht gehört.

Die spannende Erkenntnis: durch die kleinere Gruppengröße waren die Gespräche zwischen Eltern und Lehrer deutlich intensiver: es wurden mehr Fragen gestellt und ein besserer Austausch fand statt.


… und das Fazit

Abgerundet haben wir den Abend mit einem kurzen Feedback und den begleitenden Fragen:

  • Was habe ich gelernt?
  • Was hat mich überrascht?
  • Was wünsche ich mir für das nächste Mal?

Es hat Spaß gemacht! Wir waren uns einig, dass es Sinn macht, mit anderen Moderationsformaten zu arbeiten, um damit den Austausch zwischen Eltern und Lehrern zu vertiefen.

An dieser Stelle möchte ich noch erwähnen, dass jegliches Engagement von Eltern versickern würde, wenn es nicht motivierte Lehrer gibt, die gemeinsam Dinge in die Tat umsetzen! Ein großer Dank also an Frau Reinhold und Herrn Graf!

Thilko Richter (Coach und Softwareentwickler) ist der Vater von zwei Kindern an der Grundschule Eichholz und freut sich, neue Moderationsformate auszuprobieren und den Informatikunterricht mitzugestalten.

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